— Häufig gestellte Fragen

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für die arbeitsmedizinische Vorsorge?

Die Rechtsgrundlage findet insbesondere in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) aber unter anderem auch das Arbeitszeitgesetz (§ 6 (3) ArbZG).

In welchen Abständen ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge erforderlich?

Nach erstmaliger Vorsorge ist die Wiederholung in der Regel nach 6 – 12 Monaten erforderlich. Alle weiteren Vorsorgen nach jeweils 36 Monaten. Bei gravierenden Auffälligkeiten sind die Fristen zu verkürzen.

Wer übernimmt die Kosten der betriebsmedizinischen Vorsorge?

Die Kosten für die arbeitsmedizinische Vorsorge trägt laut Arbeitsschutzgesetz (§ 3 Abs. 3 ArbSchG) und DGUV Vorschrift 1 vollumfänglich der Arbeitgeber.

Kann die arbeitsmedizinische Vorsorge auch vor Ort im Betrieb durchgeführt werden?

Die meisten Vorsorgen, Impfungen und Eignungsuntersuchungen können vor Ort stattfinden. Mit mobiler Ausstattung führen wir Sammeltermine direkt an Ihrem Standort durch und minimieren so Ausfallzeiten.

Wie wird mit persönlichen Gesundheitsdaten umgegangen?

Diese unterliegen ausnahmslos der ärztlichen Schweigepflicht!

Eignungsuntersuchung

Wann ist eine Eignungsuntersuchung erforderlich?

Eignungsbeurteilungen können insbesondere bei Tätigkeiten mit besonderen gesundheitlichen Anforderungen oder erhöhtem Gefährdungspotenzial relevant sein. Ob eine Untersuchung erforderlich und zulässig ist, hängt von der jeweiligen Tätigkeit und der zugrunde liegenden rechtlichen oder betrieblichen Grundlage ab und wird in der Gefährdungsbeurteilung – bei der wir Sie unterstützen – festgelegt. Manche Untersuchungen z.B. nach der FeV (vgl. oben) sind gesetzlich geregelt.

Was wird bei einer Eignungsuntersuchung untersucht?

Der Umfang richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Tätigkeit. Neben einem ärztlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung können beispielsweise Seh-, Hör- oder weitere Funktionstests Bestandteil der Untersuchung sein.

Was ist der Unterschied zur arbeitsmedizinischen Vorsorge?

Bei der Eignungsuntersuchung steht die Frage im Mittelpunkt, ob die gesundheitlichen Voraussetzungen für eine konkrete Tätigkeit erfüllt sind. Die arbeitsmedizinische Vorsorge dient hingegen der Prävention, Früherkennung und individuellen Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsrisiken.

Wer trägt die Kosten einer Eignungsuntersuchung?

Wird die Eignungsbeurteilung vom Unternehmen veranlasst, werden die damit verbundenen Kosten vom Arbeitgeber getragen.

Erhält der Arbeitgeber meine medizinischen Befunde?

Medizinische Diagnosen und detaillierte Untersuchungsergebnisse unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Weitergegeben werden grundsätzlich nur die Informationen, die für die Beurteilung der Eignung erforderlich sind.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Wann muss ein Arbeitgeber ein BEM anbieten?

Wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, muss ihnen ein Betriebliches Eingliederungsmanagement angeboten werden.

Ist die Teilnahme am BEM verpflichtend?

Nein. Das BEM wird vom Arbeitgeber angeboten, die Durchführung erfolgt jedoch mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person.

Wer nimmt an einem BEM teil?

Das hängt vom individuellen Fall ab. Neben Arbeitgeber und betroffener Person können beispielsweise Interessenvertretungen, die Schwerbehindertenvertretung, eine Vertrauensperson sowie bei Bedarf der Betriebsarzt oder externe Rehabilitationsträger beteiligt werden.

Ist BEM dasselbe wie eine stufenweise Wiedereingliederung?

Nein. Das BEM ist ein umfassender Prozess, in dem geeignete Möglichkeiten für den Erhalt des Arbeitsplatzes gesucht werden. Eine stufenweise Wiedereingliederung kann eine mögliche Maßnahme innerhalb bzw. im Zusammenhang mit diesem Prozess sein.

Welche Rolle übernimmt der Betriebsarzt?

Der Betriebsarzt kann hinzugezogen werden, wenn arbeitsmedizinische Fragestellungen relevant sind. Er kann beispielsweise dabei unterstützen, gesundheitliche Anforderungen und Arbeitsbedingungen zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Was versteht man unter Betrieblichem Gesundheitsmanagement?

BGM bezeichnet die systematische Gestaltung und Weiterentwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse mit dem Ziel, Gesundheit und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen langfristig im Unternehmen zu verankern.

Was ist der Unterschied zwischen BGM und Betrieblicher Gesundheitsförderung?

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement bildet den übergeordneten strategischen Rahmen. Die Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst konkrete Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und ist damit ein möglicher Bestandteil des BGM.

Für welche Unternehmen eignet sich BGM?

Grundsätzlich können Unternehmen jeder Größe von einem strukturierten Gesundheitsmanagement profitieren. Umfang und Maßnahmen werden dabei an die individuellen Anforderungen und Möglichkeiten des Unternehmens angepasst.

Welche Maßnahmen gehören zum BGM?

Das hängt vom jeweiligen Unternehmen ab. Möglich sind beispielsweise Maßnahmen zur Ergonomie, Arbeitsorganisation, Bewegung, Stressprävention oder zur Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen.

Muss ein BGM von Grund auf neu aufgebaut werden?

Nein. Bereits vorhandene Maßnahmen und Strukturen können einbezogen, systematisch miteinander verbunden und schrittweise weiterentwickelt werden.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Was bedeutet Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)?

Die Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz nachhaltig zu stärken. Dabei können sowohl die Arbeitsbedingungen als auch das individuelle Gesundheitsverhalten der Beschäftigten berücksichtigt werden.

Welche Maßnahmen gehören zur Betrieblichen Gesundheitsförderung?

Je nach Unternehmen und Bedarf können beispielsweise Angebote zu Bewegung, Ergonomie, Ernährung, Stressbewältigung oder gesundheitsgerechter Arbeitsgestaltung Teil der BGF sein. Gemeinsam schauen wir, welche Maßnahmen zu Ihrem Unternehmen und Ihren Beschäftigten passen.

Für welche Unternehmen eignet sich BGF?

Betriebliche Gesundheitsförderung ist grundsätzlich für Unternehmen jeder Größe und Branche sinnvoll. Die Maßnahmen können individuell an die vorhandenen Strukturen, Tätigkeiten und Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst werden.

Welche Vorteile bietet BGF für Unternehmen?

Gezielte Gesundheitsförderung kann dazu beitragen, das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeitenden zu stärken, wodurch die Krankheitsquote (Krankenstand) im Unternehmen gesenkt werden kann. Gleichzeitig kann sie die Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten unterstützen.

Wie starten wir mit Betrieblicher Gesundheitsförderung?

Zu Beginn betrachten wir gemeinsam die Ausgangssituation und den konkreten Bedarf in Ihrem Unternehmen. Darauf aufbauend können geeignete Ziele und Maßnahmen entwickelt werden, die sich sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Wird BGF staatlich bzw. durch Krankenkassen gefördert?

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten bis zu 600 Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr für zertifizierte Gesundheitsförderungsmaßnahmen nach § 3 Nr. 34 EStG steuer- und sozialabgabenfrei zur Verfügung stellen. Gesetzliche Krankenkassen unterstützen Unternehmen finanziell und durch kostenlose Beratungen bei der Einführung von BGFProjekten (§ 20b SGB V).

Häufig gestellte Fragen Tauch- & Überdruckmedizin

Was wird bei einer tauchmedizinischen Untersuchung untersucht?

Bei einer tauchmedizinischen Untersuchung überprüfen wir, ob aus medizinischer Sicht gesundheitliche Einschränkungen oder Risiken beim Tauchen bestehen. Dazu gehören in der Regel eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung sowie die Beurteilung von Herz-Kreislauf-System und Lungenfunktion. Je nach individuellen Voraussetzungen können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Für wen ist eine tauchmedizinische Untersuchung sinnvoll?

Eine tauchmedizinische Untersuchung ist sowohl für Sport- und Freizeittaucher relevant, sowie für Personen erforderlich, die beruflich tauchen oder unter besonderen Druckbedingungen arbeiten. Wir beraten Sie individuell dazu, welcher Untersuchungsumfang nach den jeweiligen Regularien für Sie erforderlich ist.

Wie oft sollte die Tauchtauglichkeit überprüft werden?

Wie häufig eine erneute Untersuchung sinnvoll oder erforderlich ist, hängt unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand und der Art des Tauchens ab. Wir informieren Sie im Rahmen Ihres Termins über die für Sie passenden Untersuchungsintervalle.

Was versteht man unter Überdruckmedizin?

Die Überdruckmedizin beschäftigt sich mit den Auswirkungen eines erhöhten Umgebungsdrucks auf den menschlichen Körper. Sie spielt insbesondere bei Tätigkeiten unter Druckbedingungen und im Zusammenhang mit dem Tauchen eine wichtige Rolle.

Was sollte ich zu meinem Untersuchungstermin mitbringen?

Bitte bringen Sie vorhandene medizinische Befunde, relevante Arztberichte und – falls vorhanden – Unterlagen zu früheren tauch- oder überdruckmedizinischen Untersuchungen mit. Bei der Terminvereinbarung informieren wir Sie gerne darüber, welche Unterlagen in Ihrem individuellen Fall benötigt werden.

Strahlenschutz & Röntgenverordnung

Für wen sind arbeitsmedizinische Untersuchungen im Strahlenschutz erforderlich?

Untersuchungen nach Strahlenschutzverordnung sind u.a. für medizinisches Röntgenpersonal und Werkstoffprüfer oder Mitarbeiter in Atomkraftwerken erforderlich ist.

Was wird bei einer Untersuchung im Strahlenschutz gemacht?

Der genaue Umfang richtet sich nach der jeweiligen Tätigkeit und Exposition. In der Regel berücksichtigen wir die gesundheitliche Vorgeschichte, den aktuellen Gesundheitszustand (durch körperliche Untersuchung und Blutentnahme) sowie die berufliche Strahlenbelastung und beraten zu möglichen gesundheitlichen Risiken.

Gilt die Röntgenverordnung heute noch?

Die frühere Röntgenverordnung (RöV) gilt seit Ende 2018 nicht mehr als eigenständige Verordnung. Die entsprechenden Regelungen wurden in das modernisierte Strahlenschutzrecht überführt und finden sich heute insbesondere im Strahlenschutzgesetz und in der Strahlenschutzverordnung.

Wer benötigt eine Untersuchung bei Tätigkeiten mit Röntgenstrahlung?

Ob eine arbeitsmedizinische Untersuchung erforderlich ist, richtet sich nach der jeweiligen Tätigkeit und der damit verbundenen Exposition. Dies kann beispielsweise Beschäftigte betreffen, die regelmäßig in Bereichen mit Röntgenstrahlung tätig sind.

Wie häufig müssen Untersuchungen im Strahlenschutz durchgeführt werden?

Die erforderlichen Untersuchungsintervalle richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben sowie der jeweiligen Tätigkeit und Exposition. Wir prüfen die individuellen Voraussetzungen und informieren Unternehmen und Beschäftigte über notwendige Folgeuntersuchungen.

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